Anleitung zum Plotten und Pressen

Hey! Schön, dass du da bist <3

Oft werden wir von Kunden gefragt, wie dieses oder jenes beim Plotten und Pressen funktioniert. Deshalb findet ihr unsere Kurzanleitung mit nützlichen Tipps und Tricks jetzt auch hier auf dem Blog.

Lasst uns anfangen – im Folgenden erklären wir kurz, wie du ein von uns erstelltes Motiv am besten von deinem PC auf ein Textil aufbringst.

 

> Grundlegende Informationen <

Die Datei wird in mehreren Formaten geliefert:

svg, dxf, jpg und eps

Zuerst ist es wichtig auszwählen, welches Format für dein Programm geeignet ist.

Silhouette Studio (ab Version 3.0): dxf, ab Design Edition auch svg
Brother ScanNCut Hobbyplotter: svg
Adobe Illustrator mit Plugin: eps
Inkscape mit Plugin: eps

Falls dein Programm hier nicht aufgezählt ist, findest du nähere Hinweise in der Hilfe deiner Software.

Die Dateien mit den Endungen svg, dxf und eps sind Vektorgrafiken und enthalten bereits fertige
Schneidelinien des Motives, die du lediglich öffnen musst.
Die farbige JPG-Datei ist eine Vorschauversion der gelieferten Motive.

Unsere Motive sind geeignet für Flex-, Flock oder Vinylfolie und wurden vorab getestet.
Alle unsere Grafiken sind so aufbereitet, dass sie vom Plotter nahtlos in einem Stück geschnitten werden.
Bitte beachte, dass nicht jedes Plotterprogramm die angelegte Größe aus der dxf-Datei korrekt übernimmt.
Die Dateien sind für eine Größe von mindestens 10-15cm optimiert und getestet.

Grundliegende Kenntnisse im Umgang mit deinem Schneideplotter und der zugehörigen Software sowie der Bedienung deines Computers werden vorausgesetzt, da das sonst den Rahmen der Anleitung sprengen würde.:)

Plotten> Datei auswählen und Größe anpassen<

1. Nachdem du dein Plotterprogramm gestartet und die entsprechende Datei geöffnet hast, befindet sich das Motiv auf deiner Arbeitsfläche. Wir verwenden in unserem Beispiel die Software Silhouette Studio 3.0 und unsere Freebee „Ankerherz“.

Das Freebie findest du hier: Ankerherz

2. Lege die gewünschte Größe fest, indem du das Motiv markierst.

3. Gib anschließend die Werte in Millimeter ein und bestätige mit der Enter-Taste.

4. Proportionales Skalieren

Damit dein Motiv nicht verzerrt wird, setze bei „Seite schließen“ ein Häckchen – wo wird dein Motiv in Höhe und Breite gleichermaßen verkleinert oder vergrößert.
Je nach Programm kann die Option anders benannt sein
(z. B. Proportionen erhalten, gleichmäßig Skalieren etc.).

Motivgröße:

Die Motive sind alle mit einer Höhe von mindestens 15 cm getestet und lassen sich bei dieser Größe problemlos
entgittern. Bitte achte bei einer Verkleinerung der Grafik darauf, dass die Linienstärke nicht zu dünn wird, da sonst die verwendete Folie an diesen Stellen reißen könnte, oder du Probleme mit dem Entgittern hast.

Plotten> Motiv Platzieren und Spiegeln<

  1.  Wenn du möchtest, kannst du dir nun das Motiv in den Farben einfärben, die du nachher plotten möchtest. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber oft hilft es, um nachher die richtigen Stellen zu entgittern.
  2. Löse dazu sämtliche Gruppierungen (falls vorhanden) mit Strg + G oder rechte Maustaste „Gruppierung aufheben“ und färbe mit dem Werkzeug die einzelnen Farbteile ein.

Unsere Datein-Pakete enthalten alle eine farbige JPG-Datei.
Du kannst diese Datei parallel öffnen oder auf deiner Arbeitsfläche platzieren, so kannst du dir den Schritt mit dem Einfärben sparen.

3. Wenn du mit Größe und Farbe zufrieden bist markierst du im nächsten Schritt das ganze Motiv (z. B. mit Strg + A und platzierst es so auf der Arbeitsfläche, dass es komplett auf die Folie passt (hier weiß dagestellt).

4. Die Foliengröße kannst du individuell einstellen.

5. Und nun noch der wichtigste Schritt, falls du mit Flex- oder Flockfolie arbeitest:
Das Motiv muss gespiegelt werden.
Bei Bildmotiven ist das oft nicht so schlimm, solltest du es tatsächlich einmal vergessen, bei Texten ist es jedoch fatal, da die Buchstaben am Ende spiegelverkehrt sind.
Also: Objekt > Spiegeln > Senkrecht wenden je nach Programm lautet die option auch manchmal „vertikal Spiegeln

Plotten> Testschnitt und Motiv schneiden <

Und nun können wir mit dem Schneiden loslegen:

  1. Die meisten Programme haben Voreinstellungen für die unterschiedlichen Folientypen.
    Wähle hierzu aus dem Menü die richten Einstellungen für deine Folie aus.

2. Bist du dir unsicher, so mache vorher
unbedingt einen Testschnitt.

Der Plotter schneiden dann in der oberen linken Ecke deiner Folie eine kleine geometrische Form (3), anhand derer du erkennen kannst, ob die Schnittiefe ausreichend oder zu stark ist.
Im abgebildeten Beispiel ist die Schnittiefe für den Testschnitt richtig eingestellt. Das Trägermaterial bleibt intakt und nur die farbige Folie löst sich ab.

Flex- und Flockfolie besteht aus zwei Schichten. Die obere farbige Folienschicht, die wir später auf das Textil pressen möchten und das durchsichtige selbstklebende Trägermaterial. Folie wird immer mit der glänzenden Trägerschicht nach unten in den Plotter gelegt, da wir nur die obere farbige Folienschicht durchschneiden wollen.
So bleiben auch einzelne Motivteile, wie die Herzchen in unserem Beispiel, am richtigen Platz.

>> Foliengröße angepasst?
>> Motivgröße angepasst?
>> Motiv gespiegelt?
>> Plottereinstellungen und Schnitttiefe stimmt?
>> Folie und Matte eingelegt?

Dann können wir endlich loslegen!

Die roten Linien zeigen uns an, wo der Plotter gleich schneiden wird.

Wenn du mit der Vorschau zufrieden bist – klicken auf „An Silhouette senden“ bzw. „Schneiden“,
je nachdem in welchem Programm du arbeitest.

Plotten> Motiv entgittern <

1. Ist dein Motiv fertig geplottet, so ziehe deine Folie von der Schneidematte.

2. Je nach verwendeter Folie sind die geschnittenen Linien nun mehr oder wenig stark erkennbar.

3. Nun kommt das sogenannten Entgittern, d. h. wir entfernen die nicht benötigte farbige Folie und stellen so unser Motiv frei. Es verbleiben nur die Teile auf der Trägerfolie, die wir nachher auf unserem Textil haben wollen.
Als Hilfe beim Entgittern eignet sich ein sogenannter Hook oder Entgitterhaken (1), alternativ auch Cutter (2,3) oder eine Stecknadel.

4. Schneide das Motiv nun am Besten großzügig aus und beginne damit, den äußeren Rand zu entfernen.

Am Leichtesten arbeitet es sich von Außen nach Innen. Als kleine Hilfe kann man sich merken:
Bleibt die eine Linie/Fläche stehen, so wird die daran angrenzende entfernt.

Das sieht doch schon ganz gut aus oder?

Nachdem unser Motiv nun entgittert ist, kommen wir endlich zum spannenden Teil und bringen es aufs Textil.

Beachte hierzu bitte unbedingt die Hersteller-Angaben für deine verwendete Folie, da sich sowohl Presstemperatur als auch die Zeit und das Abziehen (heiß, warm oder kalt) sehr stark unterscheiden können.

In der Regel werden Flexfolie mit 145-165°C gepresst für 12-18 Sekunden gepresst, und warm abgezogen.

Flockfolie werden meist bei 170°C und einer Dauer von 20-25 gepresst und ebenfalls warm abgezogen.

Trägermaterial von Effekt- und Glitzerfolien wird in der Regel erst nach dem Erkalten abgezogen.

Motiv aufbringen> Bügeleisen und Thermotransferpresse <

Egal ob du den Plott mit dem Bügeleisen oder der Thermotransferpresse aufbringen möchtest – du solltest das Textil in jedem Fall mindestens 5 Sekunden vorpressen. So wird die Restfeuchtigkeit aus dem Gewebe verdampft. Das hilft dir unter Anderem beim Aufbringen mehrerer Farbschichten, da sich die erste Schicht Folie nicht so stark zusammenzieht.

Übrigens: Ich lese oft in verschiedenen Facebook-Gruppen man muss die Textilien vorwaschen, um die Appretur zu entfernen. Das ist definitiv falsch 😉 Man denke nur, was die Kunden sagen würden, wenn die im professionellen Textildruck ein vorgewaschenes Shirt bekämen 😉 Und der Druck vom Profi hält natürlich trotzdem auf dem Shirt.

Aufpressen mit dem Bügeleisen

(Bitte beachte unbedingt die Angaben des Folienherstellers zum Aufpressen der Folie )
  1. Stelle das Bügeleisen auf die empfohlene Temperatur (ohne Dampf) ein und platziere das Motiv mit der durchsichtigen Trägerfolie nach oben auf dem Textil an der gewünschten Stelle.
    Warte ein paar Minuten, bis das Bügeleisen richtig warm ist.
  2. Presse dann mit viel Druck das Bügeleisen auf das Motiv, aber bitte nicht bügeln oder schieben, sondern lediglich drücken, da sich das Motiv sonst verzerren kann.

Wenn du ein Bügeleisen mit Dampfdüsen verwendest, so setze das Bügeleisen einmal um, um auch den Düsenbereich entsprechend zu erhitzen.

Aufpressen mit der Thermotransferpresse

(Bitte beachte unbedingt die Angaben des Folienherstellers zum Aufpressen der Folie )
  1. Textilpressen haben in der Regel einen Temperatur- und Zeitmesser, bei dem du die gewünschten Werte auf einem
    Display einstellen kannst. Außerdem kannst du hier den benötigten Druck einstellen.
    Beachte hierzu die in der Bedienungsanleitung deines Gerätes gemachten Angaben.
    Warte einige Minuten bis die Presse die Zieltemperatur erreicht hat und aufgeheizt ist.
  2. Nachdem du das Textil auf der Platte platziert und das Motiv an der gewünschten Stelle aufgelegt hast schließe die Presse und warte bis die eingestellte Zeit angelaufen ist.
    Achtung: Achte beim Platzieren des Kleidungsstückes darauf, dass du, wenn möglich Nähte, Bündchen und alle erhabenen Elemente wie z. B. Taschen außerhalb des Pressbereiches platzierst, und die obere Platte plan auf der unteren zum liegen kommt. Damit wird ein gleichmäßiger Druck und eine gleichmäßige Temperaturverteilung gewährleistet.

Motiv fixieren / nachpressen:

Lasse die Folie einige Sekunden abkühlen und ziehe dann das durchsichtige Trägermaterial vorsichtig ab.

Wenn das Motiv etwas erkaltet ist, kannst du vorsichtig am Rand mit dem Fingernagel überprüfen, ob die Folie auch hält. Lege nun ein Blatt Backpapier auf das Motiv und presse nochmal für 4-8 Sekunden mit dem Bügeleisen oder der Presse darüber.

Und fertig ist dein einzigartiges Textil <3

Die meisten Folienhersteller empfehlen mit der ersten Wäsche mindestens 24 Stunden zu warten.
Außerdem sollte das Textil bei maximal 40°C und auf links ohne Weichspühler gewaschen werden. Falls du das Textil bügeln willst, so wende das Kleidungsstück ebenfalls auf links und bügle bei niedriger Temperatur ohne Dampf – so hast du lange Freude an deinen Kreationen 🙂

3 Idee über “Anleitung zum Plotten und Pressen

  1. Pingback: Tipps & Tricks für mehrfarbige Motive – mach.werk | design & illustration

  2. Bibaone sagt:

    Hallo ihr Lieben!

    Ich hatte schon mehrfach das Problem das (unterschiedliche) Folien nach dem ersten waschen teilweise gelöst waren.
    Das ist total doof wenn man etwas verschenkt und der Beschenkte dann verzweifelt wieder kommt weil sich das Bild löst..

    Kann es daran liegen das ich die Textilien nicht vorgepresst hatte?
    Dachte immer es läge daran das ich den Stoff vorher nicht gewaschen hatte

    Wisst ihr wo der Fehler liegt?
    Ich presse eigentlich fast alle Folien bei 160°
    Ist das der Fehler?

    Danke für eure tollen Freebies!

    Doro

    • mach.werk sagt:

      Hallo liebe Doro,
      nein, eigentlich kann es am Vorwaschen nicht liegen. Stell dir vor, du würden im Handel ein bedrucktes Textil kaufen und das wäre schon vorgewaschen 😉 Da wären die Kunden wahrscheinlich nicht so begeistert 😉
      Eine schlechte Haltbarkeit kann leider die unterschiedlichsten Gründe haben. Angefangen bei zu lange oder falsch gelagerten Folie, über den Anpressdruck (das ist mit dem Bügeleisen ja wirklich nicht einfach) bis hin zur Qualität der Folien (da gibt es leider auch sehr große Unterschiede).
      Vorpressen hingegen kann sehr nützlich sein. Manchmal enthalten die Textilien einfach viel Restfeuchtigkeit und das kann die Haftung der Folie negativ beeinflussen. Wir pressen mit der Thermotransferpresse 150-160° ca. 10 Sekunden mit 2-3 bar Druck vor. Dann das Gewebe kurz abkühlen lassen und den Plott dann normal pressen. Wichtig ist auch immer die Herstellerangaben für die verwendete Folie zu beachten. Manche sind zum kalt, warm und einige zum heiß abziehen.
      Vielleicht probierst du es mal mit dem Vorpressen aus – ich drücke die Daumen, dass es klappt 🙂

      Liebe Grüße
      Steffi von mach.werk design

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